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SPIELEKRITIK

 

Die Nacht der Kürbisse

"Grusel-Wusel" - hart an der Grenze zum Chaos

Halloween die Nacht der Kürbisse ist das Thema von Oliver Igelhauts neuem Kartenspiel "Grusel-Wusel". Zur Ausstattung gehören neben den Karten eine Sanduhr und acht Würfel. Die Würfel zeigen auf jeder Seite lustige Kürbisköpfe anstelle von Zahlen. Auf den ersten Blick sehen sie alle gleich aus. Doch bei genauer Betrachtung sind kleine Unterschiede zu erkennen.

Da gibt es fröhliche, traurige und neutrale Gesichter. Bei manchen sind die Augen gelb und der Mund orange, bei anderen ist es genau umgekehrt. Und der kleine Strunk oben am Kopf zeigt mal nach links und mal nach rechts. Alle Merkmale auf unterschiedliche Art miteinander kombiniert, ergeben insgesamt zwölf verschiedene Kürbisgesichter. Diese auf den eigenen Karten wiederzufinden, ist Spielziel von "Grusel-Wusel". Viel Zeit steht dafür nicht zur Verfügung. Denn alle Spieler suchen gleichzeitig nach den passenden Kürbisköpfen.

Spielverlauf: Der Geber verteilt alle Karten, dreht die Sanduhr um und würfelt in die Tischmitte. Hat ein Spieler einen Würfel entdeckt, der zu einer seiner Karten paßt, legt er ihn auf die entsprechende Karte und schiebt diese mitsamt dem Würfel seinem linken Nachbarn zu. Der Nachbar überprüft sofort, ob Karte und Würfel zusammenpassen. Ist das der Fall, behält er die Karte und wirft den Würfel zurück in die Tischmitte. Hat der Spieler sich geirrt, so gibt der Nachbar diesem Karte und Würfel zurück und dazu noch eine weitere Karte seiner Wahl. Ist die Sanduhr abgelaufen, zählt jeder Spieler seine vor ihm liegenden Kürbiskarten. Wer jetzt weniger Karten hat als zu Beginn des Spieles, erhält zur Belohnung pro Karte einen Bonbon. Zwar befinden sich hierfür extra Bonbonkarten im Spiel. Doch macht es natürlich mehr Spaß mit echten Bonbons.

Eine Partie "Grusel-Wusel" verläuft hart an der Grenze zum Chaos. Ständig ist man versucht, einen Würfel in die Hand zu nehmen, um ihn genauer anzusehen. Aus gutem Grund ist dies verboten. Natürlich wäre es unfair, einem Mitspieler den Blick auf die Würfel zu versperren. Im Spiel zu sechst muß man daher auch schon aufpassen, daß man sich nicht zu weit über den Tisch beugt.

Obwohl "Grusel-Wusel" ein ausgesprochen hektisches Spiel ist, ist es kein Spiel für notorische Hektiker. Neben Schnelligkeit ist vor allem ein Minimum an Selbstdisziplin und genaues Hinsehen gefragt. Von daher stellt sich die Frage nach der Zielgruppe: Ist "Grusel-Wusel" zu unübersichtlich für Kinder und zu hektisch für Erwachsene? Im Gegenteil, es eignet sich gerade auch für generationenübergreifende Spielgruppen mit unterschiedlichen Spielertemperamenten. Bemerkenswert auch: In unserer Spielrunde ließ die 50+-Generation die Teenies ganz schön alt aussehen.

Grusel-Wusel von Oliver Igelhaut, für 3 bis 6 Spieler ab 8 Jahren, Verlag Goldsieber, Preis 14,95 Mark.

© Günter Cornett