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Überlaufen ist erlaubt

"Verräter" ein hinterhältiges Kartenspiel

Keiner liebt den Verräter, doch alle lieben den Verrat. Von dieser Weisheit leben nicht nur Geheimdienste. "Verräter" stehen auch im Mittelpunkt eines neuen hinterhältigen Kartenspiels. Thema ist die Fehde zweier konkurrierender Fürstenfamilien (Adler und Rose).

Zwölf Landschaftskarten liegen im Kreis auf dem Tisch aus. Jede dieser Landschaften gehört einem der Fürstenhäuser und besitzt eine Grundstärke zwischen null und fünfzehn. Konflikte werden immer zwischen zwei benachbarten Landschaften verschiedener Familien ausgetragen. Der Reihe nach legt jeder Spieler Karten vor sich ab und addiert deren Stärke zum Grundwert der von ihm unterstützten Landschaft.

Das Ergebnis wäre gut berechenbar, gäbe es nicht noch sechs Aktionskarten, die das Kräftegleichgewicht durcheinanderwirbeln können. Manche dieser Karten bringen gleich Stärkepunkte, andere später. Gravierend ist der Einsatz der Verräterkarte. Mit ihr wechselt ein Spieler mitten im Kampf die Seite. Für die Mitspieler kommt diese Aktion meist nicht völlig überraschend. Denn die Auswahl der Aktionskarten erfolgt vor dem Ausspielen der Kampfkarten. Der jeweilige Startspieler mischt die sechs Aktionskarten, legt eine verdeckt zur Seite und wählt für sich aus den verbliebenen eine aus. Aus den restlichen vier Karten wählt der folgende Spieler eine Aktion und gibt drei Karten weiter. Der letzte Spieler kann nur zwischen zwei Karten wählen. Dafür kann der die Stärke der vor ihm Agierenden besser einschätzen.

Nach dem Ausspielen der Kampfkarten werden die Aktionen offenbart und das siegreiche Fürstenhaus ermittelt. Sieger ist, wer nach festgelegter Rundenzahl die meisten Punkte hat. "Verräter" bietet eine Stunde anspruchsvolles Spielvergnügen, von der zu ausführlichen Spielanleitung sollte man sich nicht abschrecken lassen.

Verräter von Marcel-Andre Casasola Merkle. Verlag Adlung Spiele, 10 bis 12 Mark. Für drei bis vier Spieler ab zwölf Jahren. Erhältlich im Spielefachhandel.

© Günter Cornett