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SPIELEKRITIK

 

Kunst am Bau

Trotz Sabotage entstehen schöne mittelalterliche Städte

Wer baut die schönste Stadt? Zum ästhetisch reizvollen "Wettstreit der Baumeister" lädt der Spieleverlag Kosmos ein. Das Baumaterial besteht aus im Kupferstichstil gestalteten Karten, die aneinandergelegt eine mittelalterliche Stadtansicht ergeben.

Doch Kunst kommt von Können. Und Konkurrenz belebt das Geschäft. Zur erfolgreichen Stadtgestaltung gehörte nicht nur die Kunst am Bau, sondern auch die des Handelns, Feilschens und der Sabotage von gegnerischen Projekten.

Das Startkapital ist sehr knapp gehalten. Müssen doch sämtliche Gebäudekarten zunächst ersteigert werden. Die Rolle des Auktionators übernehmen die Mitspieler reihum und das sehr gern, denn die Hälfte des Kaufpreises wandert in die Tasche des Versteigerers. Im Angebot sind unterschiedliche Gebäudearten. Rathäuser und Kirchen bringen bei Spielende viele Punkte ein, insbesondere dann, wenn sie vom Spieler an der richtigen Stelle erbaut wurden. Türme sind in der Endabrechnung zwar weniger wert, schützen jedoch vor Saboteuren.

Wer bauen will, legt nach der Versteigerung seine Gebäudekarten vor sich aus. Die Karten müssen immer direkt aneinanderliegen und dürfen später nicht mehr verschoben werden. Einziges Manko des Spiels ist der zu große Einfluß des Würfels. Mit seiner Hilfe ermittelt jeder Spieler zu Beginn seines Zuges die Höhe seines Zusatzeinkommens. Wer das Sabotagesymbol würfelt, erhält einen Saboteurstein, den er im weiteren Spielverlauf dazu nutzen kann, das Gebäude eines Mitspielers abzureißen. Dabei muß der Saboteur grundsätzlich gegen den Mitspieler eingesetzt werden, der am wenigsten durch Türme geschützt ist.

Starkes Würfelpech in den ersten Runden kann Baumeister schon bei Spielbeginn weit ins Hintertreffen geraten lassen. Hohe Anfangseinnahmen ermöglichen es dagegen anderen Spielern, Stadttore und Türme zu kaufen und sich so gegen späteres Würfelpech abzusichern. Das Manko läßt sich jedoch dadurch beheben, daß jeder der Spieler während der ersten Runden grundsätzlich drei Taler bekommt.

So unterschiedlich der Spielverlauf der einzelnen Partien ist, so sehr gleicht sich das Bild am Ende: drei bzw. vier schöne mittelalterliche Städte, denen man die harten Entstehungskämpfe nicht mehr ansieht.

Wettstreit der Baumeister von Jean du Poel, Kosmos, 3 4 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer 30 45 Minuten, ca. 30 Mark.

© Günter Cornett